20170421 Biomuell 500Der Kreistag macht Müll

Seit ein paar Jahren muss in Göppingen die Biotüte verwendet werden anstatt Küchenabfälle in den Restmüll zu geben. Die Abfälle werden eingesammelt und sollen zu Biogas vergoren werden. 

Darum sieht regelmäßig am Freitag mein Wohnort wie im nebenstehenden Bild aus, und es ist sicherlich ein Zufall dass unsere Hausgemeinschaft wieder Rattenfallen aufstellen muss.

Wenn man sich die Artikel in der NWZ zu diesem Thema anschaut stellt man fest dass es den Kreistag offenbar gewaltig ärgert dass Göppingen bei der Verwendung dieser Beutel an letzter Stelle im Land ist. Das verwundert mich doch ganz gewaltig, schließlich kostet das Einsammeln der Beutel ja gar nichts! Na gut, die Beutel kosten 15 oder 30 Cent das Stück, und da man den Küchenmüll nicht mehr in die Tonne werfen kann kam das damals einer indirekten Gebührenerhöhung gleich.

Mich nervt das Ganze. Da ich normalerweise in der Firma koche und Single bin habe ich fast keinen organischen Abfall, dieser fällt aber wenn dann am Wochenende an - gerade wenn die Beutel gesammelt wurden. Mein Biomüll muss also bis zum Freitag in der Wohnung vor sich hin gären - und dann ist der Beutel natürlich bei Weitem nicht voll, kostet aber natürlich das Gleiche.

Wenn man dann noch berücksichtigt dass die Beutel erst am Freitag hinausbracht werden sollen damit sie nachts nicht von Tieren geplündert werden und oft genug die Abholung einfach nicht stattfindet (keiner weiß wieso) dann sinkt meine Motivation das System zu unterstützen noch mehr.

Als Bürger habe ich nur Nachteile - ich muss extra zahlen, noch mal an einen extra Abfall denken und, wenn die Abholung mal wieder nicht geklappt hat, den Müll eigentlich auch wieder mit nach Hause nehmen.  

Es gab zwar Versuche die Müllgebühren an die erzeugte Müllmenge anzupassen indem man per Banderole nur die tatsächliche Leerung bezahlt, aber das Ganze wurde wieder beendet - soweit ich weiß hatte irgend jemand dagegen geklagt.

Jetzt startet der Kreistag mal wieder einen Anlauf im Müllbereich für Recht und Ordnung zu sorgen.

Sie wissen zwar noch nicht wie, aber dieses Mal wird alles besser werden. Der Artikel verspricht aber schon nichts Gutes: 

"Womöglich bald vier Mülltonnen vor jedem Haus"

MuelltonnenQuartet

 

Also auch vier Termine an denen der Müll bereitgestellt werden muss, vier Termine an denen die Bürgersteige von Tonnen zugestellt sind, vier Termine an denen schwere Laster durch Wohngebiete rollen und vier Termine die ich bezahlen muss. Und natürlich die vier Mülltonnen die ich auch kaufen und irgendwo unterbringen muss. Bald brauchen wir ein eigenes Haus nur um die Mülltonnen lagern zu können.

Und dann mal eine blöde Frage: warum muss ich als derjenige der für die Abholung des Mülls zahlt auch noch die meiste Arbeit machen? Ich muss den Müll sortieren, lagern, so bereitstellen dass die Abholer damit so wenig Mühe haben wie irgendwie möglich. Auch die Zeiten sind genau vorgegeben, den Gelben Sack darf man bei uns zum Beispiel jetzt nicht mehr vor 18 Uhr ablegen - und da er bis 6 Uhr an der Strasse liegen muss ist Nachtarbeit angesagt.

Als Dank stehen die Tonnen nach der Abholung kreuz und quer auf der Strasse.

Im Oktober will die Abfallwirtschaft einen Online-Fragebogen anbieten. Bin mal gespannt wie die Fragen aussehen. und wie sehr danach die Preise steigen.