Smarthome

Zuerst dachte ich "was für ein Quatsch, was macht es schon für einen Unterschied wie ich mein Licht an oder aus schalte?". Ganz im Gegenteil, erst das Handy suchen damit ich das Licht einschalten kann?

Die meisten System die sich als "Smart Home" verkaufen machen nichts Besonderes. Es wird oft nur der Lichtschalter in eine App verlegt - was eigentlich eine ziemlich dumme Idee ist, denn so muss ich mein Telefon suchen, entsperren, die App starten, warten bis sie sich aktualisiert hat, den Button für das gewünschte Licht suchen und dann, endlich, habe ich Licht. Die Hardware-Alternative: klick, Licht ist an.
Klar, theoretisch könnte ich das Licht von der Couch aus steuern, aber da habe ich selten mein Telefon dabei und muss sowieso aufstehen.

Eines Tages im Herbst aber kaufte ich eine farbige LED von Ikea und fand es sehr angenehm abends eine warme Beleuchtung zu haben. Im Lauf der Zeit kamen neue Birnen und Sensoren hinzu und inzwischen habe ich ein recht umfangreiches Sortiment an Geräten die mit den verschiedensten Methoden angebunden sind.

 

Internet-Wecker mit Raspberry Pi

Ich möchte meinen Radiowecker und den eigentlichen Wecker durch ein smartes System ersetzen. Leider habe ich bisher nichts Kaufbares gefunden was meine Anforderungen erfüllt. 

Also selber bauen?

[Nachtrag: inzwischen habe ich eine andere Lösung im Einsatz, diesen Artikel lasse ich für alle da die einen Raspberry einsetzen wollen]

Internet-Wecker mit Raspberry Pi

Eigentlich wache ich morgens immer schnell auf, aber einfach nur einen piependen Wecker hinzustellen ist mir zu nervig. Also habe ich vor langer Zeit einen Radiowecker so eingestellt dass er ein paar Minuten bevor ich aufstehen muss beginnt leise Musik zu spielen. Dann, kurz vor dem Zeitpunkt das Bett zu verlassen schaltet Home Assistant das Licht an und wenig später klingelt der Wecker. Diese beiden brauche ich zur Sicherheit, denn der Radiowecker hat ein Problem dass er sich hin und wieder zwar einschaltet, aber dann keinen Ton ausgibt. So habe ich einmal recht lange verschlafen und dann doch noch den besagten Wecker besorgt.

Leider bedeuten diese drei Geräte dass ich, wann immer ich einmal nicht dem regulären Plan folge, allen drei Geräten sagen muss "bitte morgen nicht wecken". Beim Radiowecker muss ich sogar vor jedem Wochenende das Wecken abschalten da er keine Funktion dafür hat. Außerdem beginnt er langsam den Geist aufzugeben und, je nach Tag, Wetter und Ausrichtung der Antenne ist der Empfang extrem schlecht, bis hin zum weißren Rauschen. Also hätte ich gerne ein Internetradio oder etwas mit DAB - wobei ich bei letzterem schlechte Erfahrungen (d.h. in der Wohnung gar kein Empfang) gemacht hatte - aber das ist schon Jahre her.

Der örtliche Elektromarkt bietet zwar diverse Internetradios an, aber keines davon bietet die Möglichkeit zwei Weckzeiten vorzugeben - das hätte ich aber gerne damit ich das Wochenende separat einstellen kann. Ein einfaches Radio wie dieses kann das zwar, aber normalerweise ist der Ton ziemlich mies und damit habe ich immer noch das Problem dass ich Urlaube und Feiertage extra einstellen muss. Ein paar Geräte wie dieses habe ich gefunden, aber diese sind mir dann doch etwas zu teuer. Vielversprechend ist etwas wie dieses Gerät, aber auch hier bleibt das Problem mit dem Urlaub - und ich sehe nicht ob ich zwei Weckzeiten erfassen kann. Und die Bewertungen sind nicht so überragend. Dieses hier gefällt mir von den Funktionen, die Optik find ich aber miserabel.

Also etwas Eigenes bauen?

 


Logitech Media Server

Eine mögliche Lösung war der Logitech Media Server den ich installiert habe. Das System ist zwar veraltet, kann aber vieles was ich gerne möchte - sogar mehrere (beliebig viele!) Weckzeiten sind möglich. Allerdings finde ich nichts wie ich die Weckfunktion dann einfach abschalten kann.

Was mich bisher gestört hat sist dass die Ausgabegeräte "headless" konzipiert sind, das bedeutet sie laufen ohne Bildschirm. Das bedeutet dass ich zum Radio einschalten das Handy benutzen müsste - und das ist doof. Die Variante mit einem Touchscreen über "piCore Player" gibt es zwar auch, aber dieser schaltet sich nachts nicht richtig aus was mich sehr beim Einschlafen gestört hat. Außerdem belegt der Bildschirm die GPIOs so dass ich kein HiFiDAC-Modul einsetzen kann.

Dennoch habe ich das System mal wieder reaktiviert und zum Testen eine Instanz in der Küche aufgebaut. Tatsächlich spielt brav jeden Morgen das Radio. Leider ist aber die einzige Möglichkeit der Bedienung eine Webseite aufzurufen. Ich hätte aber gerne die Möglichkeit über Tasten die Wiedergabe ein- und auszuschalten, und vielleicht auch noch die Lautstärke zu kontrollieren.

Der nächste Schritt wäre dann die Oberfläche. Prinzipiell wäre es ganz einfach: es gibt ein Modul "JiveLite" das die Darstellung auf einem Touchscreen ermöglicht. Leider funktionierte die Lösung die ich 2019 ausprobiert hatte nicht mehr - vermutlich hatte ich einen anderen Touchscreen oder Raspberry verwendet. Vielleicht hatten sich aber auch Teile des Programms aktualisiert - wer weiß.

Also stieg ich gleich auf den Pi in der Version 3 um, denn für diesen hatte ich einen 5"-Touchscreen. Leider lief JiveLite nicht - es gab immer die Fehlermeldung "unknown command: ts_setup" oder so ähnlich. 


Waveshare 5" Touchscreen einrichten


SSH in den piCore-Player


mount /mnt/mmcblk0p1
cd /mnt/mmcblk0p1
vi config.txt


Vor dem Ende diesen Block einfügen (die letzte Zeile muss EINE Zeile sein!):
hdmi_group=2
hdmi_mode=87
hdmi_cvt 800 480 60 6 0 0 0 hdmi_drive=1 dtoverlay=ads7846,cs=1,penirq=25,penirq_pull=2,speed=50000,keep_vref_on=0,swapxy=0,pmax=255,xohms=150,xmin=200,xmax=3900,ymin=200,ymax=3900


Mit <ESC>, :wq! speichern und VI verlassen


Änderungen sichern:


sudo filetool.sh -b


Auf der piCore-Seite den Autostart von JiveLite abschalten


Neu starten


SSH in den piCore-Player, dort diesen Code als eine Zeile eingeben und den Schirm kalibrieren:


sudo TSLIB_FBDEVICE=/dev/fb0 TSLIB_TSDEVICE=/dev/input/event0 /usr/local/bin/ts_calibrate


Wenn gewünscht testen mit:


 sudo TSLIB_FBDEVICE=/dev/fb0 TSLIB_TSDEVICE=/dev/input/event0 /usr/local/bin/ts_test


oder


sudo SDL_VIDEODRIVER=fbcon SDL_FBDEV=/dev/fb0 TSLIB_TSDEVICE=/dev/input/event0 SDL_MOUSEDRV=TSLIB /opt/jivelite/bin/jivelite

Nachdem ich allerdings die aktuellste Version des piCore-Players eingespielt hatte funktionierte es besser.

Es gibt unter "Einstellungen" die Möglichkeit die Uhranzeige und das Abschalten des Bildschirms zu steuern, wie dies am besten zu verwenden ist überlege ich. Einerseits wäre eine Anzeige der Uhrzeit interessant, andererseits möchte ich nicht dass nachts der Bildschirm an ist. Vielleicht kann ich irgendwo einstellen dass der Bildschirm aktiv bleibt, aber die Hintergrundbeleuchtung ausschaltet.

Das Hauptproblem ist aber dass der Touchscreen immer wieder die Kalibrierung vergisst. Das scheint daran zu liegen dass eine Variable gesetzt werden muss die auf die Datei mit den Daten zeigt. Das hier (in /mnt/mmcblk0p2/tce/jivelite.sh) soll helfen, aber wird dann auch beim Start diese Datei ausgeführt?

#!/bin/sh
# Datei: /mnt/mmcblk0p2/tce/jivelite.sh
# angepasst von https://www.thefanclub.co.za/how-to/how-setup-picoreplayer-jivelite-use-waveshare-55-amoled-touchscreen

 

# Disable mouse pointer
export JIVE_NOCURSOR=1
# Set touch calibration file
export TSLIB_CALIBFILE=/usr/local/etc/pointercal
# Jivelite interface framerate
#export JIVE_FRAMERATE=22
# Set 32bit color
#/usr/sbin/fbset -depth 32

 

# Set Touch input device
export TSLIB_TSDEVICE=/dev/input/event0 # This might be event1 in some cases
export SDL_MOUSEDRV=TSLIB

 

# Define custom JogglerSkin/Grid Skin size
# The default 1920x1080 skin is too small - scale to 853x480. This could be any
#export JL_SCREEN_WIDTH=800
#export JL_SCREEN_HEIGHT=480

 

# Set custom screen resolution
#/usr/sbin/fbset -xres 800 -yres 480

 

# Run Jivelite
while true; do
  /opt/jivelite/bin/jivelite &
  sleep 3
done

 

Steuerung des piCorePlayers via SSH

 

Eine Alternative wäre es den pCP über Kommandos zu steuern. Wenn man sich via SSH auf das System schaltet  (Benutzer tc, Passwort piCore) kann man mit dem Befehl "pcp" das Verhalten steuern. Zur Verfügung stehen diese Möglichkeiten:

 

=========================================================================================
Basic piCorePlayer CLI
-----------------------------------------------------------------------------------------
Squeezelite/LMS
---------------
- pcp play : play current track in playlist
- pcp stop : stop current track
- pcp pause : pause current track
- pcp up : volume up
- pcp down : volume down
- pcp next : next track
- pcp prev : previous track
- pcp rand : generate random track playlist
- pcp power [on|off] : software power on or off
- pcp volume [0-100] : set volume between 0 to 100
- pcp rescan : look for new and changed media files in connected LMS library
- pcp wipecache : clear connected LMS library and rescan
- pcp mode : display Squeezelite\'s current mode
-----------------------------------------------------------------------------------------
piCore
------
- pcp bu : (b)ack(u)p
- pcp sd : (s)hut(d)own
- pcp bs : (b)ackup then (s)hutdown
- pcp rb : (r)e(b)oot
- pcp br : (b)ackup then (r)eboot
-----------------------------------------------------------------------------------------
piCorePlayer
------------
- pcp d0 : debug off
- pcp d1 : debug on
-----------------------------------------------------------------------------------------

Jetzt fehlt nur noch die Möglichkeit diese Befehle über GPIOs auszulösen.

 


Volumio

 

Eine moderne Alternative zum LogiTech Medienserver ist das Programm "Volumio". Es ist allerdings nicht für die Nutzung eines zentralen Servers ausgelegt, sondern erwartet die Medien primär lokal. Natürlich können die Daten aber auch von einem Netzlaufwerk bezogen werden. 

 

 

5" Touchscreen, Waveshare-kompatibel

Ich habe einen Pi3 mit einem via HDMI angesteuerten Touchscreen. Dieser Touchscreen funktionierte beinahe automatisch - ich musste nur das entsprechende Plugin installieren.  

Allerdings war nach einiger Zeit nicht mehr alles verfügbar. Ich bin nicht ganz sicher ob das daran lag dass der Pi etwas zu heiß war. 

3.5" Touchscreen

Einen älteren Pi - V1 oder V2 - habe ich mit einem 3.5"-Tocuhscreen ausgestattet. Bei diesem dauerte das Aktivieren von Volumio schon eine kleine Ewigkeit, aber Radiostreams spielt er ordentlich ab.

Den Touchscreen einzurichten ist etwas komplizierter. Ich habe eine Anleitung gefunden:

Quelle: https://community.volumio.org/t/volumio-with-3-5-tft-touch-screen-gpio-rpi-3b/11265

 

Aber diese passt nicht mehr 100% zu den heruntergeladenen Dateien. Bisher musste ich die grün markierten Zeilen anpassen:

 

Installiere "Touch" Plugin

 

git clone https://github.com/goodtft/LCD-show
cd LCD-show/
sudo mkdir /etc/X11/xorg.conf.d
cd usr/
sudo cp tft35a-overlay.dtb /boot/overlays
sudo cp tft35a-overlay.dtb /boot/overlays/tft35.dtbo
sudo cp -rf 99-calibration.conf-35-0 /etc/X11/xorg.conf.d/99-calibration.conf

Hier testen welche Datei korrekt ist! Die 0°-Version ist für mein Layout genau verkehrt herum. Da man aber im Volumio-Plugin auch eine Drehung veranlassen kann ist das evtl. egal.


sudo mkdir -p /usr/share/X11/xorg.conf.d/
sudo cp -rf ./99-fbturbo.conf /usr/share/X11/xorg.conf.d/99-fbturbo.conf

sudo nano /etc/X11/xorg.conf.d/99-calibration.conf

...(weitere Befehle einfügen)...

Was hier passiert ist dass auf dem RasPi X11 sowie ein Browser gestartet wird der die Volumio-Seite anzeigt. Ich bin nicht sicher ob das auf dem altem. langsamen Pi nicht zu viel wird.

Ein Problem ist jedenfalls dass Volumio deutlich langsamer startet als der Browser so dass eine Weile eine Fehlerseite ansteht.

Weiterhin funktionierte die Touchfunktion erst einmal nicht. 

Alles in allem ist der alte RasPi aber wirklich extrem langsam, ich glaube nicht dass ich ihn so einsetzen werde.

 

 


 

Heise Wecker

https://www.pimusicbox.com/

https://www.waveshare.com/wiki/5inch_HDMI_LCD

Logitech Media Server und Clients installieren

Logitech Medien Server als Musikzentrale

Installation des Servers und der Clients, Bewertung der verschiedenen Clients.

Server-Programm

Der Server wurde von einer durch Logitech aufgekauften Firma unter dem Namen "SqueezeBox" entwickelt und die Entwicklung 2012 eingestellt. Der Quellcode wurde dankenswerterweise freigegeben so dass er für jedermann verfügbar ist.

Max2PlayWer sich den Aufwand nicht antun möchte alles selbst einzurichten kann mal auf der Seite von max2play vorbeischauen. Diese bieten die gleiche Lösung an, aber mit eigenen Komponenten aufgewertet. Nachteil: die kostenlose Nutzung ist etwas eingeschränkt und man muss eine Jahresgebühr für den "Premium-Service" bezahlen.

Und als Schwabe geht das ja gar nicht, darum habe ich mich selbst schlau gemacht. Aber im Ernst, es sind nur zehn Euro im Jahr, das ist nun wirklich nicht die Welt. Mich stört aber daran dass ich mich damit an diesen Anbieter kette und, sollte dieser aus irgendwelchen Gründen aufhören, die Preise erhöhen oder in Europa keine Dienste mehr anbieten habe ich ein Problem. Darum schaue ich lieber selbst was ich tun kann.

Außerdem hat mich die Preispolitik für die Hardware abgeschreckt. Ein Pi mit Audiokarte kostet dort mal kurz das Doppelte wie im freien Markt.

Installation

Als Server habe ich den Pi auserkoren auf dem auch meine Medien liegen damit die Daten nicht mehrfach über das Netz laufen müssen. Da die externe Platte per USB angeschlossen ist kann es sein dass es bei vielen gleichzeitigen Zugriffen Performanceprobleme gibt (der USB des Pi ist nicht gerade schnell und der Netzwerkverkehr teilt sich die Bandbreite mit dem USB), aber das warte ich erst einmal ab.

Auszuführen war:

Den Pi sicherheitshalber aktualisieren:

sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade

Dann ein paar Libraries installieren die der LMS benötigt:

sudo apt-get install -y libsox-fmt-all libflac-dev libfaad2 libmad0

Auf einem neu installierten Raspbian ohne die Standard-Applikationen fehlten noch ein paar andere Pakete, diese mit 

sudo apt-get install -y perl-openssl-abi-1.1 libnet-ssleay-perl libio-socket-ssl-perl

installieren.

Die Server-Software von Logitech herunterladen

wget -O logitechmediaserver_all.deb $(wget -q -O - "http://www.mysqueezebox.com/update/?version=7.9.2&revision=1&geturl=1&os=deb")

Und die Installation ausführen:

sudo dpkg -i logitechmediaserver_all.deb

Danach lief der Server auf Port 9000. Er fand die Musik nicht selbstständig, aber nachdem ich ihm gezeigt habe wo ich sie abgelegt hatte funktionierte es.


Troubleshooting


Nach einer Neuinstallation hatte ich das Problem dass der Server eben NICHT auf Port 9000 zu erreichen war. Ein


ps -Al


zeigte dass der Prozess läuft, aber


sudo lsof -i -P -n


ergab dass der Port nicht belegt war. Ich bin im Moment noch auf der Suche warum das nicht klappt.


Leider sind alle Guides und Hilfen schon sehr alt - ein Nachteil daran ein solch altes Produkt zu verwenden.


Mehr dazu am Schluss.

 

Die Bedienmöglichkeiten gefallen mir schon recht gut, ich kann alle angemeldeten Player steuern und auch synchronisieren. Dann spielen beide Player die gleichen Stücke auch wenn man einen wechselt. Eine Zeitlang schien es auch so als ob die Lautstärken abgeglichen werden, aber diese kann man individuell regeln.

Leider ist zwischen Playern verschiedener Typen zumindest bei Wiedergabe von Radiostreams ein Versatz zu hören. Nicht viel, aber genau so viel dass es in einem Raum stört. Auf verschiedene Zimmer verteilt geht es hoffentlich besser. Ich bin nicht sicher ob der Versatz an der Übertragungsform liegt oder am Gerät selbst - das eine war mein PC am LAN-Kabel, das andere der Zero via WLAN.

Die Bedienung des Servers ist etwas unschön da alles immer dynamisch aufgebaut wird. Das kann manchmal lästig werden. Wechsele ich zum Beispiel aus einem Album wieder in die Liste der Künstler weiß der Server nicht mehr wo ich war und baut die Seite komplett neu auf. Das bedeutet dass ich ziemlich viel scrollen muss.

Alles ist auch etwas langsam und träge - vielleicht wäre es sinnvoll das Ganze auf einem PC laufen zu lassen. Es ist meines Wissens ein PHP- oder Python-Projekt.

 

Clients

PC via Kommandozeile und per SqueezePlayer

Der erste Client den ich installierte war SqueezeLite für den PC. Das ist ein Kommandozeilenprogramm ohne jegliche Oberfläche, die gesamte Bedienung muss vom Server oder einem anderen Client aus erfolgen. Das funktioniert aber überraschend gut, ist aber auf Dauer natürlich recht unhandlich.

Besser ist das Programm "SqueezePlayer" das eine übersichtliche Oberfläche bietet und auch die Steuerung anderer Clients zuläßt. Allerdings scheint es speziell für ein winziges Display entwickelt worden zu sein, es läßt sich nämlich nicht vergrößern. Die Bedienung ist auch etwas unfreundlich, aber ich hoffe daran gewöhne ich mich noch.

Angeblich soll es auch gehen dass etablierte Abspielprogramme (entweder direkt oder per Plugin) auf den LMS zugreifen und von diesem Musik erhalten können. Das wäre eine interessante Alternative zu diesem Programm.

Kosten: 0€ da ich schon einen Pi sowie den PC am Laufen habe. Ein Pi 3 B+ kostet im Moment 35€, dazu benötigt man noch ein Netzteil für ca. 5€.

 

 



 

Raspberry Pi Zero via HDMI

Der Pi Zero ist klein und handlich und würde in das Gehäuse eines Lautsprechers passen. Leider hat er keinen Audio-Ausgang, so dass ich ein HDMI-auf-VGA-Kabel anschloß das einen 3.5mm-Klinkenausgang hat. Daran einen passiven Lautsprecher anzuschließen war nicht so toll - man hörte auch in der höchsten Einstellung nur ganz leise etwas von der Musik. Mit einer aktiven Box geht es dann.

Die Installation war einfach, ich habe lediglich mit Etcher ein aktuelles Raspbian auf eine Karte gespielt und dann Squeezelite zum Testen installiert. Darum läuft auf dem Zero im Moment ein komplettes Linux auf dem ich manuell die Linux-Variante von "SqueezeLite" aufrufe. Mittelfristig möchte ich hier vielleicht eines der 3.5"-Displays einsetzen.

Hier die Anleitung nach der ich vorgegangen bin:

http://www.gerrelt.nl/RaspberryPi/wordpress/tutorial-installing-squeezelite-player-on-raspbian/

Kosten: etwa 25€, 20€ für den Pi Zero und 6€ für den HDMI-Adapter mit Klinkenausgang. 5€ für ein Netzteil wenn noch nicht vorhanden.

 


 

Alter Raspberry Pi (Model 1?)

Als nächstes überlegte ich meinen allerersten Raspberry als Abspielgerät zu verwenden. Er ist so alt dass ich nicht einmal mehr weiß welches Modell er ist, ein 1.2?

Dieser wird inzwischen von allen Anwendungen als "zu langsam" abgelehnt, nicht mal die Verwendung als einfacher  "intelligenter Spiegel" funktioniert mehr.

Mini Touchscreen Spielt

Aber einfach einen Audiostream weiter zu reichen würde er ja wohl schaffen, oder?

Leider kam ein aktuelles Raspbian auf dem alten Pi gar nicht erst zum Laufen, es kam nicht einmal bis zum Startdialog.

Daraufhin habe ich ein minimales Linux namens "piCorePlayer" heruntergeladen und installiert. Damit startet der Pi und zeigt die Weboberfläche des Players an. Er taucht auch im Medienserver auf und läßt sich wunderbar steuern. Nach einigen Suchen im Internet war es mir sogar möglich einen der 3.5"-Touchscreens als Display zu nutzen. Details dazu weiter unten.

Damit ist dieser alte Pi noch ehrenvoll beschäftigt.

Als Ausgabe dient die Klinkenbuchse des Pi an die ich ein paar via USB versorgte Brüllwürfel von ebay angeschlossen habe. Der Sound ist nicht grandios, reicht aber für Badezimmer oder Küche locker aus.

Kosten: 30€ Pi (muss man inzwischen gebraucht kaufen, und das lohnt nicht), 6€ Lautsprecher und knapp 10€ für den Touchscreen. Beim chinesichen Direktvertrieb bekommt man ihn bestimmt für die Hälfte wenn man Geduld hat. 5€ für ein Netzteil wenn noch nicht vorhanden.

 


 

PI Zero mit pHAt DAC

Eigentlich hatte ich den Pi Zero als Abspielmechanismus auserkoren, denn aufgrund seiner kleinen Bauform würde er wunderbar in eine Lautsprecherbox passen.

Allerdings hat er keinen Lautsprecherausgang. Man könnte sich wohl etwas zusammenlöten, aber es war das Wochenende und ich hatte die Teile nicht da. Außerdem wollte ich so wenig Aufwand wie möglich betreiben. 

Variante A war die Lösung mittels HDMI-Kabel die ich weiter vorn beschrieben habe, und dann stieß ich auf der Seite von max2play auf eine weitere Lösung: eine Aufsteckplatine die dem Pi Zero ganz hervorragende Audioeigenschaften geben sollte. Zwar etwas teuer mt etwa 18 Euro, aber wenn die Ausioeigenschaften so gut sind?

Also bestellte ich ein Modul via ebay (so viel zum Thema \'alles am Wochenede ausprobieren\') und stellte fest dass es wohl genau den Schaltungen entsprach die ich im Internet gefunden habe. Es sind jedenfalls außer der Buchse nur drei bis fünf Bauteile drauf, keine Ahnung warum das Ding so teuer ist.

Es funktionierte problemlos, blockiert allerdings den GPIO und verhindert damit dass man einen Touchscreen verwendet. Da ich aber die Pins selbst anlöten musste hätte ich vermutlich auch gleich eine weitere Erweiterungsbuchse mit anlöten können und so beide Module nutzen können.

 

Und, ehrlich gesagt: so viel besser als die Ausgabe via Klinke oder HDMI-Adapter klingt der DAC nicht. 

 

Kosten: Pi Zero 30€, pHAt DAC 20€, Lautsprecher 6€. 5€ für ein Netzteil wenn noch nicht vorhanden.

 


 

 

 

Gehäuse und 7" Touchscreen - ein neuer Wecker?

RPi TouchGehäuseAuf den Produktfotos ganz gut gefallen hat mir ein Set aus Gehäuse und 7" Touchscreen das offiziell von der Raspberry Foundation entwickelt wurde. Es ist mit 87€ zwar ziemlich teuer, aber es könnte vielleicht als Ersatz für meinen Radiowecker dienen und ins Smarthome eingebunden werden.

As ich es dann aber in der Hand hielt fand ich die Qualität des Materials ziemlich enttäuschend. Ein Stück Plastik (einzeln für 13€ zu haben) und ein relativ billig aussehender Schirm - nicht das was ich für 87€ erwartet hatte.
Es war auch keinerlei Anleitung beigelegt, und die beiliegenden Kabel müssen irgendwie sinnvoll verbunden werden. Die erste Anleitung die ich im Internet gefunden habe war dann gleich einmal falsch.

Und dann ist das Ganze nicht wirklich passgenau, der Schirm hängt etwas schief im Rahmen.

Was mich aber am meisten stört ist dass Strom-, Audio- und HDMI-Kabel nach oben aus dem Gehäuse kommen. Das sieht leider ziemlich unsauber aus, und Platz für Lautsprecher gibt es auch nicht..

Wie gesagt, die Kombination kostet 87€. Dafür ist es mir viel zu billig gemacht und ich überlege das Ding wieder zurückzuschicken.

Darauf wollte ich wie am PC SqueezePlayer laufen lassen, aber für den Raspberry bzw. Linux finde ich das Programm nicht. Ich hätte aber schon ganz gerne diese oder eine ähnliche Oberfläche, denn was nutzt mir der Touchscreen sonst? Außerdem könnte ich dann am "Radio" selbst nichts ändern sondern benötige immer einen anderen Client.

Touchscreen 7"

 

Das bietet der piCorePlayer, dieser hat eine zusätzlich installierbare Oberfläche "jivelite" die ich vielleicht nutzen kann. Das funktionierte hervorragend und bis auf die Tatsache dass ich dem Gerät mitteilen musste dass das Display zu drehen ist perfekt.

Die Bildqualität ist toll und der Schirm reagiert gut auf Eingaben. 

Hardwaremäßig bin ich weniger zufrieden, denn das Gehäuse hat keinen Platz für Erweiterungen oder Lautsprecher.

Es gibt auch wenig Skins für die 800x480er-Auflösung dieses Touchscreens, was mich doch etwas wundert da es sich ja um "den offiziellen Touchscreen" handeln soll. Wie gesagt, das kommt mir alles etwas mittelmäßig vor - und das bei einem Preis von 87€.

Schlussendlich habe ich das Display dann wirklich zurückgeschickt.

Kosten: Pi 35€, Gehäuse 87€, Lautsprecher 6€, 5€ für ein Netzteil wenn noch nicht vorhanden.


 

 

MiniTouchscreen3.5" Touchscreen

Von diesem Erfolg gestärkt beschloss ich einen Versuch mit den billigen 3.5"-Screens zu machen die ich vor Wochen in China bestellt hatte. 

Als Quelle verwendete ich http://www.pughx2.com/picore3.html, ich wiederhole hier die wichtigsten Schritte mal.

Zunächst wird piCorePlayer heruntergeladen und auf eine SD-Karte gebracht. Danach hat man eine kleine Windows-Partition auf der ein paar Schritte zu tun sind.

Die Datei cmdline.txt besteht nur aus einer Zeile, an sie muss

fbcon=map:10 fbcon=font:ProFont6x11 logo.nologo 

angehängt werden.

Dann muss das Ende von config.txt verändert werden und dort eine dtoverlay-Einstellung eingefügt werden:

#---Begin-Custom-(Do not alter Begin or End Tags)-----
dtoverlay=piscreen,speed=24000000,rotate=270
#---End-Custom-----------------------------------------

Anschließend empfiehlt der Artikel eine wpa_supplicant.conf zu erstellen, da sich aber piCorePlayer darüber beschwert hat würde ich das beim nächsten Mal nicht mehr machen, vermutlich reicht die WLAN-Einstellung des piCoreplayers aus.

Danach sucht man die "Extensions" auf die erscheinen wenn man den "Beta"-Reiter aufruft. Bei mir erschien danach zuerst nur ein leerer Schirm, aber nach einem F5 war alles zu sehen.

Dort stellt man die Quelle auf  piCorePlayer sourceforge repository um und installiert  pcp-jivelite_default-wav35skin.tcz . Bitte daran denken vor dem Verlassen des Schirms "Reset" zu drücken um diese Einstellung wieder in den Originalzustand zu versetzen.

Ich musste hier zusätzlich noch die HD-Skins deinstallieren, vermutlich wurden diese installiert als ich den 7"-Schirm in Betrieb nahm. Vorher startete jivelite im Sekundentakt neu.

Ein neues Startskript muss als /mnt/mmcblk0p2/tce/jivelite.sh mit dem folgenden Inhalt angelegt werden

 

#!/bin/sh

#export SDL_VIDEO_FBCON_ROTATION=UD

#export HOME=/home/tc
#export JIVE_FRAMERATE=22
#/usr/sbin/fbset -depth 32
#export SDL_TOUCHSCREEN=1
#TSLIB_CALIBFILE=/usr/local/etc/pointercal
#export SDL_MOUSEDEV=$TSLIB_TSDEVICE
#sudo -E -b /opt/jivelite/bin/jivelite.sh >/dev/null 2>&1

EVENTNO=$(cat /proc/bus/input/devices | awk \'/ADS7846 Touchscreen/{for(a=0;a>=0;a++){getline;{if(/mouse/==1){ print $NF;exit 0;}}}}\')

export JIVE_NOCURSOR=1
export SDL_VIDEODRIVER=fbcon
export SDL_FBDEV=/dev/fb1
export TSLIB_TSDEVICE=/dev/input/$EVENTNO
export SDL_MOUSEDRV=TSLIB

 

while true; do
    /opt/jivelite/bin/jivelite
    sleep 3
done

 

 und per

chmod +x  /mnt/mmcblk0p2/tce/jivelite.sh

ausführbar gemacht werden.

Dann noch jivelite unter "Tweaks" auf Autostart stellen und nach dem Booten steht eine hübsche Oberfläche zur Verfügung. 

 

MiniTouchscreenSpielt

 

Kalibrieren konnte ich den Schirm mit:

 

sudo TSLIB_FBDEVICE=/dev/fb1 TSLIB_TSDEVICE=/dev/input/event2 /usr/local/bin/ts_calibrate

 

Und, voila, auch mit diesem kleinen Schirm kann man Musik vom LMS empfangen.

Hier sieht man die Kabelwüste natürlich noch deutlicher, aber hier ist ja auch gar kein Gehäuse dran.

Die Bedienung per beigelegtem Stift und auch dem Finger geht auch auf dem kleinen Schirm gut und nur ein wenig hakelig. Die Klangqualität ist ok, aber nichts um sich übermäßig zu begeistern. Leider belegt der kleine Schirm den GPIO so dass ich den DAC nicht aufstecken kann. Aber dieser war mir eh' zu leise.

Da es schon spät war habe ich nicht allzu lange mit den Schlaf- und Weckerfunktionen herumexperimentiert. Die Einstellungen den Bildschirm nach Ende der Musik abzuschalten wurden jedoch erst einmal ignoriert. Sollte sich der Schirm nicht abschalten oder stark herunterdimmen lassen kann es sein dass er zu hell ist um auf dem Nachttisch zu stehen.

Nachtrag:

Obwohl es die Funktion in piCorePlayer gibt habe ich es nicht geschafft den Bildschirm abschalten zu lassen. Wahrscheinlich könnte man den GPIO direkt ansteuern und den Strom kappen, aber wie das unter dem Player-Betriebssystem funktionieren soll weiß ich leider nicht.

 


 

 

Bedenken

Was man aber bedenken muss: diese "Mini-WLAN-Lautsprecher" sind nachher komplette Rechner mit Zugang ins Internet. Das bedeutet sie müssen vor Viren und anderen Angriffen geschützt werden. 

 

Einbindung in Home Assistant

 

HA Squeeze Detail

Extrem einfach war es das Ganze in Home Assistant zu steuern. Mit dem Eintrag 

media_player:
  - platform: squeezebox
    host: 192.168.178.???

 

HA Squeeze 250

 

lernt Home Assistant den Medienserver kennen und wird von diesem über die Player unterrichtet. 

 

Diese kann man dann in die Overfläche einrichten und dort detailliert steuern:

 


 

Fehlersuche

 

Nach einer Neuinstallation hatte ich das Problem dass der Server eben NICHT auf Port 9000 zu erreichen war. Ein

ps -Al

zeigte dass der Prozess läuft, aber

sudo lsof -i -P -n

ergab dass der Port nicht belegt war. Ich bin im Moment noch auf der Suche warum das nicht klappt.

Leider sind alle Guides und Hilfen schon sehr alt - ein Nachteil daran ein solch altes Produkt zu verwenden.

Der Aufruf von 

squeezeboxserver

allein sagte dann schon mehr:

LMS debug

Die Suche nach diesen Fehlern ergab dann dass die Perl-Version inzwischen zu neu ist um korrekt zu arbeiten. Alternative: den LMS neu compilieren. Das erschien mir aber dann doch etwas übertrieben, denn auf meinem Minimal-Pi ist kein Compiler und nichts.

Ein Besuch auf 

http://update-origin.slimdevices.com/update/firmware

zeigte jedoch eine Version 7.9.2 die ich dann herunterlud und installierte - und schon ging alles.

Kurzbemerkung zu Ikea NORRFLY

Kurztest Ikea NORRFLY

Bei einem Ikea-Besuch vor einiger Zeit fand ich die LED-Beleuchtung NORRFLY deren Konzept sich ganz nett anhört: Sensoren registrieren wenn der Schrank geöffnet wird und schalten dann die Beleuchtung ein so dass man prima sieht was man anziehen kann.

Leider funktioniert das nur wenn man die Lampe über Kopfhöhe hängt. In meinem PAX habe ich über der Kleiderstange zwei Regalbretter auf denen Pullover usw. liegen. Dadurch hängt die Lampe etwa in Kopfhöhe - und wenn ich dann meine Hemden anschaue komme ich immer wieder in den Sensorbereich und die Lampe schaltet aus.

Außerdem hatte ich gehofft dass Home Assistant so mitbekommen würde dass der Kleiderschrank geöffnet wird. Leider kann man aber nur den Zustand des Treibers, also der Stromversorgung abfragen. Und diese ist immer an, egal ob das Licht gerade leuchtet oder nicht. 

Das musste irgendwann passieren - Serverfehler stört Heizung

Warum ich ein SmartHome-System habe das viel Mühe bereitet und nicht allzu komfortabel ist? Ich habe die volle Kontrolle darüber.

Das musste irgendwann passieren - Serverfehler stört Heizung

HoneywellKeinInternet

Es ist doch schön wenn man recht behält, auch wenn Schadenfreude nicht gerade nett ist. 

Wie im Artikel beschrieben ist bei Honeywell eine Störung aufgetreten die dazu führte dass "einge wenige" Kunden keine Kontrolle mehr über ihre Systeme hatten, insbesondere die Heizungen. Angeblich funktionierte lokal alles wie geplant, aber ein Fernzugriff war nicht möglich.

Das war für mich das Hauptargument zu einer lokalen Lösung wie Home Assistant zu greifen. Wenn dabei etwas schief geht weiß ich wenigstens was ich gemacht habe und kann es rückgängig machen.

Erste Schritte in Sachen Smarthome

Bislang habe ich nicht viel vom Trend zu SmartHome und so weiter gehalten, aber seit ich mir eine fritz!Box zugelegt habe komme ich auf den Geschmack.

Meine Wohnung wird intelligenter?

Wer braucht schon "Smart"?

Eigentlich bin ich sehr technikaffin und habe ein Faible für kleine Gadgets und Spielereien. Insofern wäre die Geschichte mit "Smart Homes" die seit ein paar Jahren immer moderner werden wie für mich gemacht, aber ich hatte mich lange nicht dafür begeistern können.

  • Die Zentrale und einzelne Module sind recht teuer
  • Die meisten Systeme speichern die Konfiguration auf dem Server des Herstellers und setzen eine Internetverbindung voraus. Damit speichert man aber sehr persönliche Daten irgendwo im Internet - wann ich zu Hause bin, wann ich gehe und wann die beste Zeit zum Einbrechen ist. Das ist mir nicht so wirklich recht.
  • Die Hersteller fordern meist eine monatliche Gebühr und ich bin total abhängig von diesem Hersteller. Wenn er entscheidet dass der Server abgeschaltet wird ist die gesamte teure Hardware nur noch Elektroschrott.
  • Und zuletzt - wozu? Ich kann das Licht, die Heizung und die Rolladen durchaus direkt bedienen und habe nicht das Bedürfnis das über das Internet zu steuern.

Das Einzige was ich mir wirklich gewünscht habe ist dass die Rolladen automatsch geschlossen werden wenn es dunkel wird und sich wieder öffnen wenn es hell wird. Dazu müsste ich aber einen erheblichen Aufwand treiben denn in meiner Altbauwohnung gibt es natürlich keinen Strom der die Motoren der Rolladen versorgen könnte.
FHEM

Es gibt auch diverse Eigenbaulösungen wie FHEM, Homeassistant und so weiter die oft auf einem einfachen Raspberry Pi laufen. Leider ist diese einzurichten und zu konfigurieren in den meisten Fällen nicht besonders einleuchtend. 

HomeAssistant

Nun gut, ich sollte besser schreiben "war nicht besonders einleuchtend" denn ich habe die Suche schon seit einiger Zeit eingestellt. Es ist durchaus möglich dass es inzwischen auch kostenlose Plug&Play-Lösungen für den Laien gibt. Home Assistant habe ich kürzlich angeschaut und es sieht auf den ersten Blick nicht schlecht aus.


Spielereien mit der fritz!box

Die fritz!Box bietet jedoch ein einfaches SmartHome-Interface und irgendwann kaufte ich mir einen passenden Thermostaten dazu. Im Winter hatte ich nämlich oft das Problem dass ich entweder vergaß die Heizung herunterzudrehen wenn ich morgens zur Arbeit ging - oder ich dachte daran und wenn ich nach Hause kam war es zu kalt.

Zwar hätte es auch ein einfacher zeitgesteuerter Thermostat getan, aber so viel billiger waren die auch nicht, und die Oberfläche der fritz!Box macht das Ganze sehr einfach bedienbar.

fritzBox Heizzeiten 

Wehret den Anfängen!

Über ebay kam ich dann auch einmal billig an eine DECT Schaltsteckdose die ich zuerst für die Beleuchtung meines Schreibtisches einsetzte. Allerdings ist der manuelle Ein-Aus-Schalter direkt an der Steckdose und damit schwer zu erreichen, und das Licht immer über die App an- und auszuschalten ist selten dämlich. Darum wanderte die Steckdose ins Bad wo sie mittels einer weiteren Zeitschaltung dafür sorgt dass ich morgens beim Duschen die Nachrichten hören kann.

fritzBox SmartHomeTatsächlich sorgte diese Steckdose dafür dass ich auch lange nichts weiter in Sachen Heimautomation unternommen habe. Es war umständlich und brachte wenig Vorteile. Um richtig wirksam zu sein benötigt ein solches System vernünftige Sensoren, und ich hatte keine und meines Wissens kann die fritz!Box damit auch nicht umgehen.

Jetzt aber doch!

Ende 2017 kam dann ein großer Schritt in Richtung Automatisierung, und zwar eher aus Zufall. Die Deckenlampe im Wohnzimmer hatte ich vor einiger Zeit schon mit Halogen-Energiesparlampen ausgerüstet, aber diese brannten gefühlt schneller durch als es Glühbirnen je getan haben. Ich glaube dieser "Schritt Richtung Umweltschutz" hat mehr geschadet als geholfen...

Jedenfalls war ich auf der Suche nach einer hübschen Lampe und stieß dabei auf die Philips Hue-Lampen, Leuchtmittel und zugehörige Funkschalter. Diese haben mich gleich angesprochen.

In meiner Wohnung ist die Elektrik nämlich etwas merkwürdig. Abgesehen davon dass es zu wenig Steckdosen gibt funktionieren nicht alle Lichtschalter oder sind an ungünstigen Stellen. Ich habe zwar einige Lampen an schaltbaren Steckdosen, aber da ich diese nach und nach gekauft habe verwendet jede eine eigene Fernbedienung - und diese liegt meistens an der falschen Stelle

Diese Lampen und die bestehenden Lichtschalter durch einheitliche Funkschalter zu ergänzen klang sehr reizvoll und ich forschte in diese Richtung weiter - aber die Preise für die Hue-Lampen sind extrem hoch.

Ein Artikel auf heise.de wies mir dann den Weg zu Ikea's TRADFRI-Sortiment. Da ich sowieso frei hatte und ein paar andere Dinge benötigte fuhr ich nach Ulm und legte mir ein Starterset mit Birne und Fernsteuerung zu.


 

Ikea 150 
Ikea TRÅDFRI

Das TRADFRI-Sortiment ist deutlich billiger als das von Philips. So gibt es eine einfache dimmbare Lampe schon für knapp sieben Euro - die billigste Hue die ich finden konnte kostet 15€. Das Startset das ich mir kaufte lag mit einer farblich einstellbaren LED-Birne und einer Fernbedienung bei 35€. Den für die Automatisierung notwendigen Gateway hatte Ikea nicht vorrätig, aber nachdem ich die Birne getestet und für gut befunden hatte fand ich auf ebay ein Set mit Gateway für etwa 50€.

Aufbau

Das größte Problem ist eigentlich die Komponenten auszupacken. Ikea hat diese in widerliche Blister verpackt die nur mit massiver Gewaltanwendung zu öffnen sind. Und die Kanten sind dann derart scharf dass man sich leicht die Finger daran schneiden kann, also Vorsicht! Ikea sollte sicherheitshalber Schnittschutz-Handschuhe beilegen...

Die Installation ist einfachst: man ersetzt nur die bestehende Birne durch das TRADFRI-Modell und die Lampe schaltet sich ein wenn man den Lichtschalter umlegt. Damit geht schon mal keinerlei Funktionalität verloren.

TRADFRI FernbedienungDie weiteren Fahigkeiten der Lampe kann man aber nur mit der Fernbedienung verwenden. Diese können bis zu zehn Lampen steuern, alle Lampen die an einer Fernbedienung hängen verhalten sich dann gleich.

Das Zuordnen geht denkbar einfach, man prokelt hinten das Batteriefach auf. Dort findet man einen Knopf den man gedrückt halten muss während man die Fernbedienung nahe an die Lampe hält. Diese fängt dann an zu flackern und pulsieren, sobald das aufhört sind die beiden Geräte vereint.

Das geht relativ einfach, lediglich bei Lampen mit mehreren Birnen kann es notwendig sein die Birnen einzeln einzusetzen da sonst die falsche Birne zugeordnet wird.

Vier mal drücken löscht die bisherigen Einstellungen. 

 Ich weiß nicht ob es möglich ist eine Lampe mehreren Fernbedienungen zuzuorden. Ich habe es später mit Dimmer und Bewegungsmelder versucht was zunächst nicht funktioniert hat, aber ich vermute dass der Dimmer einen Schuss hat oder die beinahe leere Batterie hier Probleme verursacht. 

TRADFRI LED mit Farbfunktion

Praxis-Erfahrungen

Positiv:

Das einfache Startset sorgte schon dafür dass ich die Stehlampe deutlich häufiger nutzte als zuvor, und die verschiedenen Lichtfarben fand ich - besonders im düsteren Winter - sehr angenehm. Also bestellte ich das Startset mit Gateway, denn auch über die Fernbedienung sind nicht alle Funktionen und Farben verfügbar.

BirneGU10Nach einer Woche war ich ziemlich angetan von der ganzen Geschichte - mehr als ich ursprünglich gedacht hatte. Ich hatte das Licht im Ess- bzw. Durchgangszimmer so programmiert dass es sich morgens automatisch einschaltet. Da der Lichtschalter neben der Schlafzimmertür nicht funktioniert hatte ich bisher immer durch das dunkle Zimmer laufen müssen. Kein großes Problem und es hat bisher 10 Jahre funktioniert - aber Licht zu haben war doch sehr angenehm.

Die Fernbedienungen habe ich nahe der Lichtschalter an der Wand befestigt, aber auch wenn diese mal nicht zur Hand sind bekommt man Licht: Schaltet man die Lampen aus und wieder ein springen sie direkt zur letzten Leuchtstufe.

Auch die einstellbare Lichtfarbe im Wohnzimmer hatte einen deutlich angenehmeren Effekt als ich mir vorgestellt hatte. Insgesamt sehr gut angelegte 100€.

Negativ:

Was mir nicht so gefallen hat ist die Funktion "Sonnenaufgang" die in der App angeboten wird. Sie wird beschrieben als "blendet die Lampen über eine halbe Stunde Dauer langsam ein" um mich sanft zu wecken. Glücklicherweise habe ich die Zeit auf fünf Minuten vor Sieben eingestellt, denn Punkt 6:25 wurde mein Schlafzimmer taghell.
Vielleicht liegt das daran dass ich im Schlafzimmer die billigen 6,99€-Birnen eingebaut habe, aber auch diese sollten eigentlich dimmbar sein. Aber auch die niedrigste Dimmstufe ist hell genug mich sofort wach werden zu lassen. 

DimmerMit dem zehn Euro teuren Dimmer bin ich nicht sehr zufrieden. Das Anbinden der Leuchten war etwas hakelig und im Moment (einen Tag nachdem ich ihn ausgepackt habe!) funktioniert er gar nicht mehr. Allerdings zeigte die App ihn direkt nach dem (auch sehr schwierigen) Anbinden als "Batterie fast leer" an, möglicherweise ist sie inzwischen komplett leer. Ich probiere das erneut wenn ich neue Batterien habe, aber im Moment empfehle ich die fünf Euro Mehrpreis für die Fernbedienung zu investieren.

Auch eine der Fernbedienungen wurde in der App als "Batterie schwach" angezeigt. Es wird also wohl sinnvoll sein einen Haufen CR2032-Batterien zu kaufen.

Und zu Guter Letzt findet der Gateway die Birne im Flur nicht. Das liegt aber vermutlich daran dass meine Wohnung aus den sechziger Jahren ist und extrem stabile Stahlbeton-Wände hat. Ich habe den Gateway im Moment neben meinem PC weil dort sowohl eine Steckdose als auch ein Netzanschluss frei waren. Ich werde ihn am Wochenende mal verlegen.

Und nicht vergessen: die Blister sind ein Graus.

Die Technik des Gateway

Um die Leuchten über das Gateway und damit über die TRADFRI-App verwenden zu können müssen die Leuchten bestimmten Fernbedienungen zugeordnet werden. Diese Fernbedienungen wiederum müssen beim Gateway angemeldet sein. Da sie dazu zurückgesetzt werden müssen verlieren sie die Zuordnung zu den bisherigen Leuchtmitteln. Diese Verbindung muss anschließend wieder aufgebaut werden. Also bevor man herumspielt erst alle Fernbedienungen beim Gateway anmelden!

Jedes Bedienelement hat bei mir beim Anlegen einen neuen Raum definiert, aber man kann alle Elemente in der App zwischen den Räumen verschieben, damit kann man vermutlich auch mehrere Bedienelemente in einem Raum haben. Dazu habe ich noch nicht genug Fernbedienungen. 

Ich habe es bisher nicht geschafft eine Birne mehreren Fernbedienungen zuzuordnen. Das könnte aber daran liegen dass ich das bisher nur mit dem Bewegungsmelder zusammen mit dem Dimmer versucht habe und wie oben beschrieben der Dimmer ein wenig zickig war.

Dummerweise gibt es die Fernbedienungen nur in einer Ausführung. Spätestens wenn man mehrere Leuchtgruppen eingerichtet hat besteht eine erhebliche Gefahr die Fernbedienungen zu verwechseln. Den Dimmer gibt es immerhin in mehreren Farben, bei den Fernbedienungen muss man selbst Hand anlegen.

Die App

 Man wird beim Einrichten sehr schön von der App unterstützt. Allerdings hatte ich etwas Probleme beim Einrichten der Bedienelemente, denn die App sagt gegen Ende "..und warte bis hier eine Meldung erscheint". Leider erschien diese Meldung nur sporadisch und ich habe meine Bedienelemente x Mal zurückgesetzt und neu angemeldet weil ich dachte etwas hätte nicht funktioniert.
Als ich dann frustriert aufgab sah ich dann dass das Bedienelement doch erkannt worden war und auch so viele neue Leuchtgruppen angelegt worden waren wie ich Versuche gemacht hatte. Offenbar hatte die App die Anmeldung des Bedienelements nicht mitbekommen.

Im normalen Betrieb sieht man immer erst einmal die Leuchtgruppen, man kann dort ihre Helligkeit steuern. Um diese zu schalten muss man sie erst auswählen. Hier hätte man meiner Meinung nach schon auf dem Hauptschirm einen Ein/Aus-Schalter einbauen können. Aus dem Hauptschirm ist es möglich die Lampen abzuschalten wenn man ihre Helligkeit auf minimal stellt oder links des Reglers tippt. 

 Der Schirm der Leuchtgruppen beinhaltet dann einen großen Helligkeitsregler, einen etwas zu kleinen Ein/Aus-Schalter und Felder für die einzelnen Leuchten. Dadurch kann man über die App Leuchten einzeln steuern, über die Fernbedienungen geht das nur insgesamt. Leider wird bei Benutzung der Fernbedienung alles wieder synchronisiert, ich kann also keinen helleren Spot auf mein Lieblingsbild legen und die anderen Bilder etwas dunkler beleuchten ohne eigene Leuchtgruppen für diese anzulegen. 

KomplettSystem

Leider wird auch auf einem Tablet der Platz nicht besser genutzt als auf einem Telefon. Ich hatte gehofft ich könnte mehr Zimmer auf einmal sehen als auf dem Telefon, aber leider werden die Symbole lediglich größer dargestellt.