Modelleisenbahn

Modellbahn in H0 (Bild zweier Lokomotiven)

Zur Modelleisenbahn kam ich über Umwege.

Es war irgendwann in 2008 und die Lage meines damaligen Arbeitgebers begann sich zu verschlechtern. Also suchte ich etwas halbherzig nach einer neuen Stelle und fand auch etwas das ganz interessant klang. Leider stellte sich schnell heraus dass die Firma jemanden suchte der auch etwas Kenntnis in Schaltungstechnik hat, ein Feld in dem ich keinerlei Erfahrung hatte. 

Irgendwie fand ich auf Youtube ein Video des Miniaturwunderlandes in dem ein Großbrand im Maßstab H0 - komplett mit fahrenden Feuerwehrautos - nachgestellt wurde. Das faszinierte mich, und ich begann mich in das dafür verwendete Faller Car System einzuarbeiten. Der Gedanke war "eigentlich ist es ja elektrisch egal ob ein Auto über einen Sensor fährt oder ein Maschinenschlitten den Endschalter betätigt". So wollte ich mir auf interessante Weise das Wissen aneignen um einen solchen Arbeitsplatz das nächste Mal nicht verpassen zu müssen.

Leider waren die diversen Quellen alle für Leute ausgelegt die sich mit der Steuerung von Modelleisenbahnen auskannten und verwendeten entsprechend viel Jargon. Und während ich mich in diesen einarbeitete wuchs die geplante Teststrecke zu einem ziemlich großen Projekt an.

19.6.2016 - Fahrt mit dem "Sofazügle"

<p><img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/IntroSofazuegle.jpg" alt="Intro Sofazuegle" style="margin: 10px; float: left;" /></p><BR><p>&nbsp;</p><BR><h2>&nbsp;Fahrt mit dem Sofaz&uuml;gle</h2><BR><p>&nbsp; </p><BR><p>Da ich in einem Nachbarort von N&uuml;rtingen arbeite bekam ich mit dass am 19.6. das sogenannte "Sofaz&uuml;gle" der <a href="http://www.ges-ev.de/die_ges/home.htm">Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen</a> zwischen N&uuml;rtingen und Neuffen pendeln w&uuml;rde.</p><BR><p>Eigentlich hatte ich das schon wieder vergessen, aber auf der Fahrt zur Feier des 25. Jubil&auml;ums <a href="http://www.heidler-strichcode.de">meines Arbeitgebers</a> erinnerte ich mich dann wieder daran.</p><BR><p>Also war klar was am Sonntag gemacht wird, und ich hatte Gl&uuml;ck: es fuhr sogar mit einer Baureihe 64 auch eine meiner Lieblingsdampfloks.</p><BR><p>Hier einige Bilder.</p><BR>', '<BR><p>&nbsp;</p><BR><p><img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/IntroSofazuegle.jpg" alt="Intro Sofazuegle" style="margin: 10px; float: left;" /></p><BR><p>&nbsp;</p><BR><h2>Das Sofaz&uuml;gle</h2><BR><p>&nbsp;</p><BR><p>Da ich in einem Nachbarort von N&uuml;rtingen arbeite bekam ich mit dass am 19.6. das sogenannte "Sofaz&uuml;gle" der <a href="http://www.ges-ev.de/die_ges/home.htm">Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen</a> zwischen N&uuml;rtingen und Neuffen pendeln w&uuml;rde.</p><BR><p>Eigentlich hatte ich das schon wieder vergessen, aber auf der Fahrt zur Feier des 25. Jubil&auml;ums <a href="http://www.heidler-strichcode.de">meines Arbeitgebers</a> erinnerte ich mich dann wieder daran.</p><BR><p>Also war klar was am Sonntag gemacht wird, und ich hatte Gl&uuml;ck: es fuhr sogar mit einer Baureihe 64 auch eine meiner Lieblingsdampfloks.</p><BR><p>Hier einige Bilder.</p><BR><p><img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/GES64_Titel.jpg" alt="GES64 Titel" style="display: block; margin: 10px auto;" /></p><BR><p><img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/BR64MitZug.jpg" alt="BR64MitZug" style="display: block; margin: 10px auto;" /></p><BR><p>Besonders gefallen hat mir wieder der Kontrast zwischen neuen und alten Z&uuml;gen, denn in N&uuml;rtingen fuhren weiterhin die Triebwagen der WEG:</p><BR><p><img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/Katja.jpg" alt="Katja" style="display: block; margin: 10px auto;" /></p><BR><table><BR><tbody><BR><tr><BR><td><img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/P6190018.JPG" alt="P6190018" style="display: block; margin: 10px auto;" />&nbsp;</td><BR><td><img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/P6190040.JPG" alt="P6190040" style="display: block; margin: 10px auto;" />&nbsp;</td><BR></tr><BR><tr><BR><td>&nbsp;<img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/P6190039.JPG" alt="P6190039" style="display: block; margin: 10px auto;" /></td><BR><td>&nbsp;<img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/P6190042.JPG" alt="P6190042" style="display: block; margin: 10px auto;" /></td><BR></tr><BR><tr><BR><td>&nbsp;<img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/P6190045.JPG" alt="P6190045" style="display: block; margin: 10px auto;" /></td><BR><td>&nbsp;<img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/P6190049.JPG" alt="P6190049" style="display: block; margin: 10px auto;" /></td><BR></tr><BR><tr><BR><td>&nbsp;<img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/P6190010.JPG" alt="P6190010" style="display: block; margin: 10px auto;" /></td><BR><td>&nbsp;<img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/P6190009.JPG" alt="P6190009" style="display: block; margin: 10px auto;" /></td><BR></tr><BR></tbody><BR></table><BR><p>&nbsp;</p><BR><p>Und auch ein Pendelzug in der neuen "Drei L&ouml;wen"-Farbgebung fuhr vorbei, leider etwas zu schnell f&uuml;r meine Kamera und damit unscharf.</p><BR><p><img src="/images/Bilder/2016-06-19%20Sofazuegle/P6190022.JPG" alt="P6190022" style="margin: 10px; float: left;" /></p>

Piko SmartControl im Langzeittest

Piko SmartControl im Langzeittest


Anfang 2016 hatte ich mir die Piko Smartcontrol gekauft, wie verhält sich das Gerät im längeren Test?


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Piko SmartControl im Langzeittest


Bediengerät SmartControl


Wer das Produkt nicht kennt: die eigentliche Zentrale ist die "Piko Smartbox". Es handelt sich dabei im Prinzip um eine abgespeckte ESU Ecos ohne Display und Eingabemöglichkeiten. Auch der Rückmeldebus wurde abgeschaltet, angeblich wird er irgendwann später per Update freigeschaltet. Damit sind im Moment die Möglichkeiten der Rückmeldung auf die ESU-Module beschränkt.


Das Bediengerät ist die "SmartControl", ein OEM-Ableger der ESU "Mobile Control II". Darauf läuft ein stark reduziertes Android-System, gesteuert wird über eine spezielle App die mitgeleifert wird.Verbunden wird die SmartControl mit der Box über das TCP/IP-Protokoll, entweder direkt über den in die Smartbox integrierten Access Point oder über eine andere, beliebige Verbindung.


 


Ich verwende eigentlich nur das Bediengerät mit der App "andRoc" und habe dieses via WLAN an meinen Rocrail-Rechner angeschlossen. Die Smartbox verwende ich im Moment praktisch gar nicht, sie kommt nur hin und wieder auf dem Testkreis zum Einsatz.


 


Verbindung


Zuerst habe ich immer den WLAN-Zugang der SmartControl geändert. Das war aber ziemlich mühsam da ich mich jedesmal durch die Einstellungen hangeln musste und die empfindlichen Bereiche auf dem kleinen Touchscreen schwer zu treffen sind.


Inzwischen hänge ich die Smartbox meistens an mein Heimnetzwerk und verbinde die Control generell mit meinem allgemeinen WLAN. Damit kann ich einfach durch Auswahl der richtigen App bestimmen ob ich Rocrail oder die Piko-App ansteuern will. In den Apps sind dann natürlich unterschiedliche IP-Adressen hinterlegt.


Hardware


An die Bedienung habe ich mich inzwischen recht gut gewöhnt, auch die Umschaltung der Fahrtrichtung die mir anfangs noch Sorgen machte klappt recht zuverlässig. Der Fahrtregler ergibt ein schönes haptisches Feedback. Die Befürchtung dass sich die Einstellung der aktuellen Geschwindigkeit bei einem Lokwechsel als störend ergeben würde hat sich nicht bewahrheitet. Man muss nicht warten bis der Regler die aktuelle Stellung erreicht hat sondern kann die Geschwindigkeit sofort ändern.


Ein Problem gab es mal als im Hintergrund Aktualisierungen heruntergeladen wurden. Hier merkte man ganz klar dass die Rechenleistung des Geräts sehr knapp bemessen ist - die Steuerung der Piko-App wurde träge und ruckelig, Funktionen lösten gar nicht oder nur sehr verzögert aus.
Züge während eines solchen Updates zu steuern ist sicherlich keine besonders gute Idee.


Generell ist es aber eine Freude mit der Steuerung zu spielen, denn ich kann mich frei bewegen ohne mich um Kabel zu sorgen und kann jederzeit zum Zug gehen den ich gerade steuere.


Die Apps


Bei beiden Anwendungen ist der Touchscreen viel zu klein. Besonders bei den Lokfunktionen vertue ich mich oft, bei andRoc mehr als bei der Piko-App. Das liegt auch daran dass bei andRoc nur die Texte aus der Lokdefinition auf den Buttons erscheinen, und es ist nur Platz für ein oder zwei Buchstaben. Außerdem erscheinen mir die Buttons von andRoc etwas kleiner


In der Piko-Steuerung habe ich nicht mit den Weichen herumgespielt denn auf meiner Testanlage die über die SmartBox gesteuert wird sind die Weichen nicht motorisiert.


Über andRoc ist das jedoch eine Wonne die in Rocrail definierten Weichenstrassen schalten zu können. Allerdings ist es aufgrund der Bildschirmgröße schwierig die richtigen Knöpfe zu treffen, einen Zoom gibt es nicht.


SBf RocViewEin etwas irritierendes Problem ist dass das Verschieben der Karte bei andRoc nur funktioniert wenn man ein leeres Feld erwischt. Auf meiner Darstellung des Schattenbahnhofs sind fast alle Felder mit irgendetwas belegt, und dort ein leeres Feld zu treffen ist schon ziemliche Glückssache.


Da der Bildschirm sehr klein ist muss praktisch ständig gescrollt werden, und das ist mühsam und auch sehr langsam. Aber ich schalte sowieso lieber per Tablet.


Auch das Umschalten zwischen Lokomotiven könnte besser sein. Bei andRoc kann man die Tasten der SmartControl damit belegen, diese lösen aber gleichzeitig immer noch die ursprüngliche Funktion aus. So habe ich eine zeitlang immer beim Lokwechsel die Lautstärke der SmartControl verändert - eigentlich egal, aber der Balken der dabei erscheint stört ein wenig.


Gut gefällt mir der allgemeine Auswahlschirm bei andRoc. Hier kann man die Loks nach den Kategorien auswählen die in Rocrail definiert sind, also nach Epoche, Loktyp usw. Damit findet man sehr schnell die gewünschte Lok. Währenddessen kann man die letzte Lok aber nicht kontrollieren.


Bei der Piko-App kann man durch Streichen über den Bildschirm die Loks wechseln, dabei habe ich aber oft eine der Funktionstasten ausgelöst statt die Lok zu wechseln. Die Lokliste ist deutlich unübersichtlicher als die Auswahl von andRoc.


Akku


Die größten Bedenken habe ich wegen des Akkus. Er ist leider viel zu klein dimensioniert und reicht nicht lange genug. Dabei meine ich noch nicht einmal so sehr die Laufzeit während man die SmartControl benutzt, das hat mir bisher keine Probleme bereitet.


Das Problem ist eher der Akkuverbrauch in der nicht genutzten Zeit.


Wenn die SmartControl nicht permanent geladen wird ist sie nach einer Woche komplett leer, und das sogar wenn man das Gerät ausschaltet. Das bedeutet ein spontanes Spielen ist nur möglich wenn die SmartControl permanent am Ladegerät hängt, und ob das auf Dauer gut für den Akku ist...


Ich weiß nicht was diesen Akkuverbrauch verursacht, denn eigentlich sollte im abgeschalteten Zustand der Akku kaum leer werden. Das spricht nicht gerade für die Qualität des Stromspeichers.




Die Zentrale "Smartbox"


Die Piko SmartBoxWie gesagt benutze ich die Zentrale nur wenig. Allerdings habe ich mich in zwischen etwas in die Technik der Ecos und Rocrail eingelesen und versucht die SmartBox mit Rocrail zu verbinden.


 (grr, jetzt habe ich den Artikel schon zum dritten Mal verloren weil ich aus Versehen ein Bild an die falsche Stelle gezogen habe)


Prinzipiell kann man auf die Smartbox per TCP/IP zugreifen. Unter dem Standard-HTTP-Port 80 erscheint aber nur eine Anzeige die "It Works" sagt. Das ist die Standard-Anzeige eines neu installierten Apache und bestärkt die Vermutung dass die Steuerung auf Linux basiert. Auf den Ports für Kommandozeilen erhalte ich zwar eine Reaktion, scheitere jedoch am fehlenden Benutzernamen/Passwort.


Verbindet man sich über Port 15471 mit der Smartbox kann man mit dem ESU-Interface kommunizieren. Dieses ist textbasiert und kennt verschiedene Kommandos. So liefert die Eingabe von "help()" beispielsweise die folgende Antwort:


help()                             
# Online help for the ECoSNet 0.4 implementation of your SmartBox 4.1.1
#
#
# About help:
#     help()
#         This help.
#     help(intro)
        :
#
#     As a general advice, if something seems ambiguous, just give it a try.
#     Most things will be obvious afterward.
#
#
#     Please visit our website www.esu.eu
#     See also there for the licence condition of this specification
#
#
# Implemented objectclasses:
#     model
#     programmingtrack
#     loco-manager
#     accessory-manager
        :
#     feedback-module
#     booster
#     wifi-interface

Über dieses Interface konnte ich die Loks auch steuern und Funktionen an- und ausschalten. Allerdings ist das Format etwas kryptisch und Loks werden nicht über ihre DCC-Adresse sondern über eine ID angesprochen. Diese ID wird von der Smartbox vergeben und scheint immer bei 1000 zu beginnen.


Um eine Lok zu steuern musste ich also:



    1. die Liste aller Loks mit deren IDs anzeigen lassen

    1. die richtige Lok darin suchen

    1. die ID notieren

    1. diese ID dann in den gewünschten Befehl einbauen.


Test: Piko SmartControl (aus Startset)

Test Piko SmartControl mit Smartbox


Hintergrundgeschichte


00 MobileControlAls ich vor etwas über drei Jahren mit der Modellbahnerei anfing gab es nur ein sehr begrenztes Angebot an bezahlbaren Bediengeräten.


Ich hatte mich nach einigen Tests für die Mobile Station 2 (MS2) von Märklin entschieden. Damit konnte ich einigermaßen komfortabel Loks auswählen und steuern. Die Erweiterungsmöglichkeiten waren zwar nicht großartig, aber ausreichend: 40 Triebfahrzeuge können verwaltet werden, elf davon im direkten Zugriff, zwei bis drei Züge können - je nach Stromverbrauch - gleichzeitig fahren.


Dank des CAN-digital-Bahn-Projektes ist es sogar möglich einen PC anzuschließen und die Steuerung der Bahn zu automatisieren. Zwar sind die Kosten dann in einem ähnlichen Bereich wie eine CS2, aber die Verbindung über CdB ist einfacher.


Da ich aber extrem gerne neue Lokomotiven kaufe komme ich inzwischen nahe an die Grenze von 40 Fahrzeugen heran die die MS2 speichern kann.


Auch die verfügbare Spannung könnte langsam eng werden, und da kam mir die Ankündigung der ESU Mobile Control und deren OEM-Schwester SmartControl von Piko ganz recht. Das Modell von ESU schied schnell aus denn es benötigt zwingend eine ESU Ecos, und ich will keine fast 1000€ für die Steuerung ausgeben, insbesondere da ich diese Form der Touchscreen-Zentralen nicht sehr mag.


Das Modell von Piko hindoch klang vielversprechend. Ein großer Regler, (ein paar) physische Knöpfe, Touchscreen mit Android, PC-Anschluss und ein offenes API wurden angekündigt und ich war mir sicher das Gerät zu kaufen sobald es verfügbar ist.


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Abbruch! Abbruch! Abbruch!


Allerdings stellte sich die PC-Anbindung dann als reines Blendwerk heraus - man kann zwar einen PC anschließen, aber nur zum Updaten der Software, eine Steuerung der Anlage ist nicht möglich.


Der Rückmeldebus ist zwar vorhanden, aber anscheinend (noch?) nicht verwendbar. Die einzige Möglichkeit Rückmeldungen zu realisieren ist wohl über teure ESU-Module. Da aber keine PC-Steuerung vorhanden ist kann man das wohl auch ignorieren. Ich habe nicht einmal Möglichkeiten gefunden diese Werte anzuzeigen, keine Ahnung was mit den Rückmeldungen passieren soll.


Es gibt keinerlei Kompatibilität mit meinen Märklin-Komponenten.
Das bedeutet um meine Anlage auf diese Zentrale umzurüsten hätte ich alle Elektronik wegwerfen und neu kaufen müssen, und damit war der Plan gestorben.


Licht am Anfang des Tunnels


00 AndrocBis dann der Programmierer von Rocrail auf dem Bildschirm erschien. Er hatte mit andRoc schon länger eine App programmiert mit der man die Anlage von einem Tablet oder Smartphone aus steuern kann, und er hat diese App nun erweitert so dass sie auf der SmartControl laufen kann. Damit kann ich also meine Anlage weiterhin mit Märklin steuern, parallel aber Rocrail verwenden um die Smartcontrol einzusetzen. Sie wird zwar nur funktionieren wenn der PC läuft, aber das ist ja zweitrangig. 


RocRail dient bei mir im Moment nicht nur als Steuerung, sondern auch als Gleisbildstellpult inklusive Fahrstraßenverwaltung. Insofern würde Rocrail in der Regel aktiv sein.


Als dann die Firma auch noch eine Bonuszahlung ausschüttete bestellte ich mir das Startset "PIKO SmartControl® Premium Train Set Vectron Güterzug". Für etwa 470€ hätte ich mir auch beinahe eine Ecos kaufen können, aber das Set beinhaltet ja auch eine Soundlok und drei Kesselwagen - das kostet separat schon dreihundert Euro, und eine Vectron wollte ich schon länger haben.


Auspacken und Aufbauen


Das Paket ist überraschend klein und leicht. Ich bin noch große, schwere Trafos gewöhnt und hatte darum unterbewusst einen solchen erwartet.


In der Packung befindet sich der Zug, ein Gleisoval mit Abstellgleis und die Steuerung, die aus der Zentrale "SmartBox" und dem Handbediengerät "SmartControl" besteht. Beide haben jeweils noch ein Netzteil, die Zentrale ein normales Steckernetzteil, das Handbediengerät ein USB-Ladegerät mit Mikro-USB-Kabel.


01 Packung 02 Inhalt

Als ersten Schritt stöpselte ich erst einmal die SmartControl an eine Stromversorgung damit diese Laden kann währen ich die Anleitungen durchgehe und eine Teststrecke aufbaue.
05 ZentraleAnschluesseDer Aufbau geht einfach von der Hand da die Smartbox klar beschriftet ist und auch nicht so viele Komponenten dabei sind. Ein Ende des Kabels in die Schraubklemme einschrauben, das andere Ende ins Anschlussgleis, fertig. Die Zentrale hat viele Ausgänge, unter Anderem einen speziellen Ausgang für das Programmiergleis - aber ich finde in der App keine Möglichkeit dieses zu nutzen.


Abgesehen von den Gleisanschlüssen findet man auf der Zentrale einen LocoNet und zwei Ecos-Stecker (EcosLink und EcosExtension), eine LAN-Buchse und einen USB-Port. Letzterer scheint laut Anleitung nur dazu zu dienen einen USB-Stick mit einem Softwareupdate anzuschließen.


Auf der Unterseite der Zentrale finden sich zwei weitere Anschlussleisten, diese sind aber nirgendwo beschrieben. Ich bin auch nicht sicher ob die Anschlüsse überhaupt beschaltet sind, ich kann jedenfalls keine Kontakte erkennen.


05 ZentralPortUnten




Die Steuerung


06 BediengeraetDas Handgerät an sich ist relativ klein, die Hardware des Drehknopfs wurde vermutlich 1:1 von der Ecos übernommen und dominiert das Gehäuse. Auch der Touchscreen selbst ist sehr klein geraten, und damit auch die Icons. Ich treffe immer mal wieder den falschen Button, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Unter andRoc ist es schlimmer weil die Buttons etwas kleiner oder näher beieinander sind.


Aber starten wir das Ding erst einmal. Nach einer kurzen Startphase sieht man einen abgespeckten Android-Schirm, darauf befinden sich nur zwei Icons für die Steuersoftware und die Android-Einstellung.en Beim ersten Start fragt die App welche Zentrale sie benutzen soll und bietet sie auch sofort an.


Allerdings wurde die Lok nicht gefunden. Ich konnte zwar eine Lok hinzufügen, aber diese hatte dann nur drei oder vier Standardfunktionen - die nicht funktionierten. Die Lösung war aber einfach: ich muss beim Einrichten auf den "Stop"-Knopf gekommen sein der direkt unter dem Drehrad liegt. Dieser reagiert sehr schnell und ohne Feedback - wenn man das Rad benutzt löst man ihn leicht aus, und damit ist der Strom weg. Die einzige Anzeige an der Steuerung dafür ist auch eine kleine LED die man leicht übersieht. 
Später lernte ich dass man die App so einstellen kann dass sie nur auf einen längeren Druck den Strom ausschaltet und habe das auch gleich vorgenommen. Seitdem habe ich damit kein Problem mehr. 


Kam war der Strom da meldete sich die Vectron auch an, mitsamt Bild und allen Funktionen. Auch andere Loks mit Railcom waren überhaupt kein Problem, vorausgesetzt das Dekoder-Projekt ist ordentlich aufgesetzt.


Allerdings sind die Tasten auf dem Bildschirm wirklich arg klein. Oft habe ich die falsche Taste betätigt - das kann aber auch am Blickwinkel liegen. Und dann ist da noch das Problem dass man die Icons nicht spürt, d.h. wenn man eine Funktion wie Hupe auslösen will muss man weg vom Zug und auf die Steuerung schauen. Bis zu vier Funktionen kann man allerdings auf die physischen Tasten an den Seiten des Gehäuses legen - aber nur generell, nicht lokbezogen. Das heißt in einem Beispiel "links oben" löst immer "Funktion F2 der aktuellen Lok" aus, nicht "Horn tief". Da ich aber sowieso versuche meine Lokfunktionen möglichst identisch zu belegen ist das vertretbar.




Der Zug


10 LokFrontDie Lok an sich sieht für meine Begriffe ganz gut aus. Es haben sich zwar in manchen Foren einige Leute über die mangelnde Detailgetreue beschwert, aber mich stört es (noch) nicht. Da habe ich Loks die deutlich primitiver aussehen, und ich bin auch kein fanatischer Nietenzähler. Es war allerdings schon eine Trittstufe abgebrochen und lag in der Schachtel. 04 LokUnsicherWie man am Photo sieht hatte die Lok in der Schachtel vor zu viel Platz zum Herumrutschen. Hier ist noch Platz für Verbesserungen.


Der Sound ist laut und klar, die Bässe sind recht ordentlich. Viele der Geräusche kommen mir bekannt vor, offenbar verwendet auch ESU einen Soundbaukasten wie Märklin.


Über zwanzig Funktionen sind verfügbar, aber so wie ich sehen kann gibt es kein separat schaltbares Fernlicht, keine Kabinenbeleuchtung und keine separat abschaltbaren Rücklichter - also nichts was Zusatzverkabelung benötigt ist realisiert.


Das war zu erwarten und deckt sich mit den anderen Piko-Modellen die ich habe, aber das Modell ist eigentlich aus der "Expert"-Reihe und kostet einzeln und ohne Sound um die 150€. Da hätte man sich meiner Meinung nach etwas mehr Mühe geben können.





Schlimm waren allerdings die Fahreigenschaften, so schlimm dass ich vermute dass die Lok bzw. deren Dekoder einen Schaden hat und ich sie darum zurückgeschickt habe. Die Lok fährt mit einem enormen Ruck an und stottert in langsamen Fahrstufen extrem. Die Maximalgeschwindigkeit ist extrem langsam und Fahrbefehle werden oft einfach ignoriert. Es handelt sich auch nicht um Kontaktprobleme, auf Soundbefehle reagiert der Dekoder sofort. Es liegt auch definitiv an der Lok, andere Loks laufen mit der SmartControl problemlos während die Vectron auch an der Mobile Station herumzickt.


Es half auch nichts die Lok zurückzusetzen oder andere Geschwindigkeiten zu programmieren. Auch ein Firmwareupdate mit dem ESU-Lokprogrammer habe ich ohne Erfolg ausprobiert, trotz aktueller Firmware wollte die Lok nicht richtig fahren.


Nach Rücksprache mit dem Verkäufer habe ich die Lok zurückgeschickt, er wird mir hoffentlich bald Ersatz schicken.


Nachtrag: bei der neuen Lok waren die Probleme nicht vorhanden, sie lief wie geschmiert.




Die Kesselwagen


20 Wagen


Die drei Kesselwagen sind schön, aber unspektakulär. Die Kupplungen griffen etwas schlecht und erzeugen einen relativ großen Abstand zwischen den Wagen, ich habe sie gegen Märklin bzw. Roco-Universalkupplungen ausgetauscht. Damit kuppeln die Anhänger weicher und auch etwas enger.


Die Bedruckung sieht ordentlich aus und die Wagen laufen sehr leicht, sie dürften meiner Meinung nach etwas schwerer sein. Werden sie über eine falsch geschaltete Weiche gezogen entgleisen sie sehr leicht. Wagen von Märklin bzw. Trix sind deutlich schwerer. Das macht es aber natürlich den Loks auch schwerer den Zug zu bewegen.


21 WagenKupplungPiko


Oben: Gekuppelt mit den Originalkupplungen von Piko (und mit Styroporresten)


22 WagenKupplungRoco


Und so sieht es mit Universalkupplungen von Roco aus.




 


Die Gleise - das Piko A-System


Auch auf die beigelegten Piko A-Gleise war ich gespannt, denn ich hatte mir zu Beginn meiner Planung überlegt auf diese Gleise aufzubauen. Beide sind in der näheren Umgebung nicht zu bekommen (Märklin hat die Gegend fest im Griff) und so hätte ich beide bestellen müssen. 


Ich hatte mich dann für Roco Line entschieden weil die Auswahl an Weichen etwas umfangreicher waren und die Gleise auf Photos etwas besser aussahen. Weiterhin gefiel mir das das Roco-Gleis mit einer Profilhöhe von 2.1mm etwas maßstäblicher ist und feiner aussieht.


Wie sehen nun die Piko-Gleise im direkten Vergleich zu den Roco Line-Gleisen aus?


40 GleisVergleichLinks vorn Roco, hinten rechts Piko.


Abgesehen davon dass die Schwellen schwarz sind sehen sich die Gleise relativ ähnlich. Die Kleineisen der Piko-Gleis kommen mir etwas gröber vor, aber das ist vielleicht subjektiv oder liegt an der dunkleren Farbe der Piko-Schwellen. Auffällig wird der Unterschied der Gleissysteme aber wenn man die Schienen von der Seite ansieht. Auch wenn der Höhenunterschied nur 0,4mm beträgt sieht das Piko-Gleis doch deutlich gröber aus. Vom Preis her schenken sich die Systeme nicht viel, Schienen kosten bei beiden 1 bis 2 Euro, Weichen etwa 20€.


Ich denke dass auch das Pikosystem eine gute Wahl gewesen wäre. Es gibt zwar etwas weniger Radien und Weichentypen als bei Roco, aber wenn ich ehrlich bin verwende ich nur einen kleinen Teil der Auswahl. Ich mag die Roco-Gleise immer noch lieber, das etwas filigranere Profil fällt mir recht deutlich auf.


41 GleisVergleich


Allerdings war die Weiche von Piko defekt. Ich bin nicht ganz sicher ob das schon in der Packung so war oder ich sie zu unsanft behandelt hatte, es löste sich jedenfalls eine Schiene der Weichenzunge. Mit etwas Mühe konnte ich sie wieder einsetzen, aber die Weiche liegt nicht korrekt an sondern hängt in einer Art Mittelstellung in die sie auch immer wieder zurückkehrt wenn man sie nicht festhält. Ich bin nic42 WeicheDefektht sicher ob ich beim Zusammenbau einen Fehler gemacht habe oder ob die Weichen zwingend einen Antrieb erfordern. Da ich aber keinen Handantrieb zu kaufen gefunden habe gehe ich von einem Fehler aus.


P.S.: später habe ich die Feder so eingebaut dass die Zungen in der Position bleiben in die ich sie schiebe, aber warum die Feder dann überhaup da ist weiß ich nicht.


Das System ist realtiv einfach, es gibt nur eine Handvoll unterschiedlicher Längen und Radien. Am Anfang war ich etwas verwirrt denn die Kurvenbezeichnungen beginnen mit R1 für einen 360mm Radius. Dieser wird bei Roco als R2 bezeichnet. Man gewöhnt sich aber daran.




Einsatz unter RocRail


Dann wurde es spannend und ich startete meinen Rocrail-Rechner. 


Um sich mit diesem zu verbinden muss die SmartControl aus dem Privatnetz entfernt werden das sie mit der Zentrale aufgebaut hat und in mein Wohnungs-WLAN eintreten. Dadurch geht natürlich die Verbindung zur Piko-Zentrale verloren, aber diese hatte ich sowieso sicherheitshalber ausgeschaltet. Die Notwendigkeit immer das WLAN zu wechseln könnte aber nervig werden. 


SmartControl steuert RocrailVorteile


Kaum habe ich andRoc gestartet baut sich die Verbindung auf und ich habe die gewohnten Möglichkeiten. Alles ist bedienbar, auch die winzigen Buttons und Weichen. Allerdings fällt mir bei dem kleinen Bildschirm auf dass ein Scrollen des Streckenplans nur möglich ist wenn man auf einem leeren Element steht - alle platzierten Elemente scheinen die Ziehaktion zu schlucken.


Es hat aber etwas mit dem Regler zur Weiche zu gehen und direkt die Reaktion auf das Schalten zu sehen - ohne lästiges Kabel im Anhang.


Aus dem Streckenplan schaltet man über das Menü auf das Fahrpult und kann dort die Lok steuern. Ein Klick auf das Bild erlaubt den Wechsel der Lok, und praktischerweise sind die Loks dort nach Antriebstyp, Epoche oder Zugart sortiert. Deutlich besser als bei der MS2!


Das Fahren funktioniert hervorragend, lediglich der Richtungswechsel bei Nullstellung stört etwas - aber dieses Verhalten kann man in der Rocrail-App abschalten (im Gegensatz zur Piko-App). Nett, aber meiner Meinung nach unnötig ist der Geschwindigkeitsbalken auf dem Touchscreen. Dieser ist natürlich in der regulären App notwendig weil kein Drehregler vorhanden ist, bei der SmartControl ist es viel einfacher den Regler zu benutzen - fast so als wäre es dafür gedacht, oder?


Zu den Nachteilen


Ähnlich problematisch wie bei der Piko-App ist die Bedienung von Lokfunktionen, denn die Buttons sind schon extrem klein. Gerne tippe ich daneben, und speziell für Aktionen die man schnell auslösen will wie das Horn ist das etwas lästig. Man kann allerdings die Buttons an den Seiten nutzen.


BatterieAlleAuch sind die Buttons beschriftet, nicht wie bei Piko bebildert. Da aber immer nur zwei bis vier Buchstaben auf einem Button Platz finden ist es oft nicht klar welcher Button was macht. Andererseits verfügt die Piko-App auch nur eine begrenzte Anzahl von Bildern, "Horn hoch" und "Hornn tief" sehen vermutlich gleich aus.


Hauptnachteil: Um Loks zu steuern muss man auf das "Fahrpult" wechseln. Ohne dieses hat der Drehregler keine Funktion. Ist man in der Streckenansicht und irgend etwas läuft schief wird es hektisch, denn durch die Notwendigkeit das Fahrpult per Menü aufzurufen bracht man zu viel Zeit. 


Der Streckenplan ist extrem klein. Man kann ihn zwar benutzen, aber komfortabel ist etwas Anderes. Ich werde dazu weiterhin mein Tablet mit zehn Zoll-Bildschirm verwenden.


Der Wechsel zwischen meinem WLAN und dem WLAN der Smartbox ist nervig, kann aber leicht umgangen werden. Ich habe nämlich später die Piko-Box in mein LAN eingebunden und kann so beide Zentralen über das Gerät steuern ohne das WLAN zu wechseln - ich muss nur die richtige App wählen.


Und dann ist da noch der Batterieverbrauch. Während dem Spielen geht es einigermaßen, aber ich denke einen ganzen Tag wird die SmartControl nicht durchhalten. Ich habe das Gerät immer mal wieder zum Nachladen an den USB gehängt.


Das größere Problem ist jedoch wenn man mal nicht spielt. Nach einer knappen Woche ohne Aktivität war der Akku jedenfalls komplett leer.


Dann muß entweder der Controller immer am Netz hängen - was auf Dauer dem Akku vermutlich nicht gut tut, oder man muss rechtzeitig an das Wiederaufladen denken.


Fazit


Die "Smartbox", also die Steuerung von Piko kommt mir etwas arg beschränkt vor. Sie kann nicht wesentlich mehr als die MS2. Viele Funktionen scheinen nur Dummies zu sein. Die Anmeldung der Loks mit RailCom ist eine sehr schöne Sache, aber das kommt in der Regel nicht so oft vor dass ich meine Kaufentscheidung darauf basieren würde.


Weichen und anderes Zubehör schalten konnte ich in Ermangelung der entsprechenden Geräte nicht testen.


In Verbindung mit Rocrail wird die Sache aber richtig toll. Alles funktioniert sofort und ohne weiteren Aufwand - man muss sich natürlich klar darüber sein dass die Erstellung des Systems in Rocrail schon ziemlich Mühe bereitet hat.


Und das Gefühl durch die Anlage laufen zu können ohne per Kabel an diese gefesselt zu sein ist einfach genial!

Blöcke und Rückmelder

Blöcke und Rückmelder - eine Erklärung


Eine Frage die ich immer wieder in den Modelleisenbahn-Foren sehe: "Warum brauche ich Blöcke und wie viele davon, und wo brauche ich Rückmelder?"


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Blöcke


sind wie in der richtigen Eisenbahn auch Bereiche in denen immer nur ein einziger Zug stehen oder fahren darf. In der Realität werden die Blöcke durch Signale abgesichert, bei einer Modelleisenbahn ist das optional. Wichtig ist dass ein Block so lange ist dass jeder Zug darin halten kann, ansonsten wird es schnell unübersichtlich weil Vorkehrungen getroffen werden müssen dass es zu keinen Kollisionen kommt.


Je kürzer die Blöcke sind desto schneller ist ein Zug durchgefahren und desto flüssiger läuft der Verkehr, aber jeder Block ist natürlich ein Schaltungsaufwand. Und, wie oben geschrieben, die Züge müssen hineinpassen.


Für eine Computersteuerung muss der Computer wissen wann (und ggf. welcher) Zug in einem Block ist, dafür gibt es Rückmelder.


Rückmelder


benötigt man überall dort wo ein Zug etwas automatisch machen oder auslösen soll. Ein Zug soll hupen - Rückmelder. Der Zug soll langsamer werden - Rückmelder. Ein Signal sol umgeschaltet werden - Rückmelder. Einzige Ausnahme die mir jetzt einfällt: es gibt bestimmte Module die einen Zug automatisch abbremsen können, sogenannte "Bremsmodule". Hier wird die Spannung auf dem Gleis verändert, der Dekoder erkennt dies und hält automatisch an.


Es muss sich nicht immer um eine digitale Komponente handeln. Streng genommen ist auch die Mechanik mit Feder die die Tore eines Lokschuppens schließt eine Art Rückmelder.


Wichtig sind Rückmelder immer bei elektronischen Steuerungen, denn nur durch Rückmelder kann die Steuerung erkennen wo der Zug genau ist. Ohne Rückmeldung kann die Steuerung nur blind handeln nach dem Motto "ich lasse den ICE mal zehn Minuten fahren, hoffentlich kommt er dann im Hauptbahnhof an".


Es gibt viele verschiedene Arten von Rückmeldern - Schaltkontakte, Magnetsensoren, usw. usf. Ich ziehe Stromfühler vor, die anhand einer kleinen Schaltung feststellen dass im entsprechenden Gleisabschnitt Strom verbraucht wird und dies an die Zentrale melden. Das bedeutet natürlich dass einfache Wagen nicht bemerkt werden.


Beides zusammen


Die beiden Komponenten sind eng miteinander verbunden denn Blöcke benötigen immer irgendwelche Rückmelder - die Aktion die der Zug auslösen soll ist mindestens die Steuerung zu informieren "Ich bin übrigens im Moment hier". Normalerweise wird ein Zug dann auch noch langsamer und anhalten.


Am häufigsten findet man diese Kombination im Bahnhof, darum stelle ich hier mal einen dar.


RueckmelderImSBf


Nehmen wir an ein Zug kommt von links und fährt auf das oberste Gleis des oberen Gleisplans. Normalerweise fährt ein Zug über einen Rückmelder (RM1a in rot), wird durch die Steuerung abgebremst und hält dann am zweiten Rückmelder (RM1b in grün) an. Jetzt steht der Zug aber relativ unmotiviert in der Mitte des Gleises. Das geht für einen kurzen Zug, bei längeren Zügen wird aber viel Gleis verschwendet oder das Ende des Zuges steht noch auf einer Weiche.


Im Gleis 3 (blau/lila) wird versucht dies für einen von links kommenden Zug auszugleichen. RM3-a ist viel länger als RM3-b so dass (hoffentlich) der gesamte Zug im blauen Bereich stehen bleibt, die Lok aber im lila markierten RM3-b.


Wenn jetzt aber ein Zug von rechts in Gleis 3 einfährt scheitert das Ganze, denn die Lok wird bei RM3-b verlangsamt und hält dann in RM3-a an während ein Großteil der Anhänger noch auf der Weiche steht.


Ich habe das wie im unten stehenden Gleisplan gelöst. Egal aus welcher Richtung der Zug kommt wird ein Rückmelder durchfahren, dann kommt der Zug in einen Abschnitt ohne Rückmeldung und kurz vor Ende des Gleises kommt ein erneuter Rückmelder der die Zentrale dann informiert dass der Zug jetzt besser anhalten solle. Bei Verwendung von Stromfühlern muss natürlich der graue Bereich zwischen den Rückmeldeabschnitten extra mit Strom versorgt werden.


Das Konzept kann man noch verfeinern indem man weitere Rückmelder einbaut. Rocrail kennt zum Beispiel die Typen "Zug fährt in den Block ein" (enter), "Zug ist vollständig im Block und kann stoppen" (in), "Zug ist am Haltepunkt für Kurzzüge" (short-in), "Zug ist fast im Block" (pre2in) und "Zug hat den Block wieder verlassen" (exit).


So kann man kürzere Züge anweisen dass sie am Haltepunkt für Kurzzüge stoppen während längere Züge durchfahren. Das hier wäre ein Bahnhof mit fast kompletter Rückmelder-Ausstattung (es gibt keine "exit"-Rückmelder):


Rueckmelder Vollausbau


Alle Züge werden bei den dunklen (rot/blau) Abschnitten langsamer. Kurze Züge werden angewiesen bei der Lila Markierung in der Mitte zu stoppen, längere Züge halten erst wenn sie die zweiten dunklen Bereiche nahe des Gleisendes erreichen. Die Pre2In-Blöcke könnte man noch verwenden um die Züge noch schnell durch die grauen Bereiche fahren zu lassen und dann erst kurz vor dem Anhaltepunkt zu bremsen. Durch die Länge dieser Abschnitte kann man steueren wie realistisch das aussieht.


In meinem Bahnhof verzichte ich auf die Pre2In-Rückmelder denn ich verwende den selbstlernenden Bremsalgorithmus von Rocrail. Dieser misst die Zeit zwischen Einfahrt und dem Anhalterückmelder und berechnet daraus eine gleichmäßige Bremskurve.

Vollmer - Biokunststoff

Vollmer - Biokunststoff

Am Wochenende habe ich angefangen den Bahnhof "Brunntal" zu bauen - ein Modell aus dem neuen "Biokunstoff"-Material von Vollmer.

Taugt das was?

Kurz bevor Vollmer den Betrieb einstellte und an Viessmann verkauft wurde hat die Firma begonnen ihre Modell auf den sogenannten Biokunststoff umzustellen. Eigentlich halte ich den verantwortungsvollen Umgang mit begrenzten Rohstoffen für eine sehr lobenswerte Sache, aber das Material hat mich nicht sehr begeistert.

VollmerBioKleberOder, ich sollte eher sagen der Klebstoff, das Material unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von anderen Kunststoffen. Zur Verarbeitung kann jedoch anscheinend kein normaler Plastikkleber mehr verwendet werden - ein Spezialklebstoff wird benötigt. Ich habe allerdings nicht getestet ob normaler Kleber wirklich nicht wirkt.

Der Kleber kostet etwa doppelt so viel wie der Klebstoff von Revell (ich habe hier einfach mal wahllos Angebote ausgewählt) weil die Packung halb so groß ist. Wem der Benzinpreis zu hoch vorkommt: ein Liter des Klebstoffes kostet über 100€!

Vermutlich handelt es sich um ein einfaches Lösungsmittel denn der Klebstoff riecht sehr streng und scheint das Plastik direkt anzulösen, genauso wie der herkömmlich Plastikklebstoff.

Beim Arbeiten mit dem Kleber bemerkte ich schnell dass das Zeug extrem schnell antrocknet. Ich musste mich wirklich beeilen die Bauteile zusammenzufügen bevor der Kleber schon nicht mehr griff.

Außerdem trocknet der Klebstoff glänzend aus und hinterläßt eine sichtbare Erhebung. Im sichtbaren Bereich damit zu kleben ist also nicht empfehlenswert, denn da muss auf alle Fälle nachgearbeitet werden.

Weiterhin ist die Klebestelle extrem empfindlich gegenüber Bemalung. Ich hatte die Teile schon am Spritzling vorgefärbt und musste feststellen dass der Klebstoff an den bemalten Stellen überhaupt nicht wirkte. Das kenne ich von normalen Plastikkleber anders, hier machte Farbe nur dann Probleme wenn sie sehr dick aufgetragen war.

VollmerBioKleberPinsel

 

Aufgetragen wird der Kleber mit einem integrierten Pinsel. Dieser ist aber sehr groß und macht präzises Arbeiten sehr schwer. Ich liebe die Metallpipette des Revell-Klebstoffs, mit dieser kann ich kleine Mengen Kleber genau dort platzieren wo ich sie haben möchte.
Besonders in Verbindung mit der extrem kurzen Trockenzeit ist das Arbeiten mit dem Kleber kein wirkliches Vergnügen und man tendiert auch dazu zu viel zu verwenden, denn es muss ja alles schnell gehen.
Außerdem begann nach kurzer Zeit der Pinsel am Glas zu kleben - die Halterung hatte sich aus dem Deckel gelöst.

 

Insgesamt werde ich in Zukunft keinen dieser Bausätze aus Biokunstoff mehr kaufen - zumindest nicht so lange es keine bessere Klebelösung gibt.